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Working Today | September 21, 2017

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Der Prokrastination-Teufelskreis

Der Prokrastination-Teufelskreis

Noch schnell das Video mit dem flauschig-süßen Katzenbaby, das sooooooo niedlich tanzt, die Wohnung putzen oder sich alternativ mit Freunden treffen, um danach wirklich anzufangen. Wir alle kennen die innere Stimme, durch die wir uns manchmal selbst davon abhalten gewisse Sachen zu erledigen – das kann uns jedoch schnell zum Verhängnis werden.

Erst in den letzten Jahren hat sich in der breiten Öffentlichkeit ein Interesse am Phänomen des notorischen „Aufschiebens“ unangenehmer Arbeit gebildet, was inzwischen auch unter der Bezeichnung ‚Prokrastination‘ bekannt ist. Das Entstehen der Debatten über das Prokrastinieren kann sicherlich auch in Zusammenhang mit der sich mehr und mehr ausdifferenzierenden Arbeitswelt und ihrer ökonomischen Optimierung zurückgeführt werden.
Warum das Erledigen einer Sache aufgeschoben wird, kann vielfältige Gründe haben. Keine unbedeutende Rolle spielen dabei jedoch Desinteresse, Langeweile, Angst, Perfektionismus und falsche Selbsteinschätzung.

Wie damals…

Diese Schlagwörter wecken bei manchem Leser vermutlich dunkle Erinnerungen an die Schulzeit. Wie schwer und fürchterlich qualvoll es doch war, für ein ungeliebtes und langweiliges Schulfach zu lernen, dessen Sinn man sowieso nicht verstand. Die schlechten Noten, endeten dann entweder in Resignation oder großer Angst vor der nächsten Klausur.
Der Unterschied zu heute liegt aber im Offensichtlichen: Inzwischen sind wir erwachsen. Es kümmern sich keine Eltern mehr darum, ob wir uns wirklich hinsetzten und unseren Arbeiten nachgehen. Und so wird sich nach dem süßen Katzenbaby ein noch süßerer Hundewelpen beim Schlafen angesehen.

Und dann…

Als Konsequenz dieser Kontraproduktivität verlieren wir nicht nur wertvolle Freizeit, sondern geraten ebenfalls in unnötigen Stress: Ständig im Hinterkopf, zu spät zu sein, es nicht zu schaffen und eventuell gar zu versagen. Mit klaren und rationalen Gedanken an eine Aufgabe heranzugehen sieht anders aus. Die Angst davor, diese wichtige Aufgabe inzwischen nicht mehr angemessen umsetzten zu können, führt in manchen Fällen schon zum Ausstieg aus dem Teufelskreis Prokrastination. Andere verweigern sich aber weiterhin.
Irgendwann ist er dann da: der Punkt, an dem das Schiff schon halb gesunken ist. Panik macht sich breit. Zu gelähmt, um die Aufgabe endlich erledigen zu können und schwindende Motivation, da das Glücken der Umsetzung generell infrage gestellt wird. Die Folgen des eigenen Handelns sind mehr als nur offensichtlich und die Verzweiflung ist groß. Wer jetzt nicht die Notbremse zieht, wird sehr wahrscheinlich gar nicht mehr anfangen.

Selbstbetrug

Das ständige Verzögern und Aufschieben lässt unsere Aufgaben nicht weniger werden. Wir vergeuden nur Zeit, Möglichkeiten und Geld. Das Verschließen der Augen vor Dingen bedeutet nicht, dass diese nicht mehr da sind. Sie tummeln sich in unseren Hinterköpfen und negativen Gedanken – wir fühlen uns unnötig schlecht. Wo ein Problem ist, gibt es bekanntlich jedoch auch eine Lösung.
Prokrastination kann zum Teufelskreis werden. Wer ihn durchbrechen will, sollte sich selbst etwas besser kennenlernen. Dabei gilt zu den Fragen „Warum schiebe ich auf? Wo kann ich wie, wann am besten arbeiten und was lenkt mich ab?“ ehrliche Antworten zu finden, um das Prokrastinieren zu überwinden und die eigene Lebensqualität zu steigern