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Working Today | June 22, 2017

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Arbeiten von zu Hause aus

Arbeiten von zu Hause aus

Dieser Artikel wurde im Original von Matt Gemmell verfasst (hier nachzulesen) und von uns mit freundlicher Genehmigung des Autors übersetzt.


Seit ich vor sieben Jahren meine eigene Firma gegründet habe, arbeite ich Vollzeit von zu Hause aus. Viele Leute haben die Möglichkeit wenigstens ab und zu von zu Hause aus zu arbeiten und ich wage zu sagen, dass viele dies gerne permanent tun würden. Es ist allerdings nicht einfach nur damit getan seinen Laptop im Wohnzimmer aufzuschlagen. Das Arbeiten von zu Hause aus bringt einige Schwierigkeiten und Herausforderungen mit sich. In vielerlei Hinsicht geht es darum sich im Kampf mit sich selbst zu meistern. Ich möchte auf einige der Probleme, auf die ich gestoßen bin und wie ich sie löse, näher eingehen.

Disziplin

Das Hauptproblem, das dir beim Arbeiten von Zuhause aus begegnen wird… naja, bist du selbst. Wir benötigen Einschränkungen, damit wir uns zu produktivem Verhalten zwingen. Die Arbeitsmoral geht bei den meisten Leuten ziemlich schnell flöten, wenn einem niemand über die Schulter schaut. Einige wenige schaffen es fleißig zu arbeiten und zwar unabhängig davon ob sie kontrolliert werden oder nicht (was wirklich großartig ist!), aber die meisten von uns brauchen da etwas Unterstützung. Beim Arbeiten zuhause sind Nachlässigkeiten (also die regelmäßigen) immer absolute Sargnägel. Entweder wird dein Chef darauf aufmerksam und lässt dich nicht mehr von Zuhause aus arbeiten (oder er feuert dich), oder du, falls du dein eigener Boss bist, wirst vom Schamgefühl bis zur Firmenpleite alles mögliche erleiden. Das Geheimnis beim Arbeiten zuhause liegt darin zu arbeiten, und das Geheimnis zum Arbeiten liegt darin sich klare Grenzen zu setzen.

Hier einen ziemlich auf der Hand liegenden Rat: Der einfachste Weg dich selbst zum Arbeiten zu motivieren besteht darin deine Arbeit wirklich zu lieben. Wenn du dein Heim so begutachtest, mit all seinen Ablenkungen, Snacks und sehr bequemen Ecken für kurze Nickerchen und du dann dennoch am Liebsten deine Arbeit machen würdest, dann wirst du mit aller Wahrscheinlichkeit auch produktiv sein. Ergo: Versuch bitte, bitte dich für deine Arbeit zu begeistern – und ich meine das so, dass du in einen Job wechseln solltest, den du tatsächlich genießt, und nicht, dass du versuchst dir selbst einzureden, dass dein grauenhafter Job eigentlich total großartig wäre.

Für die meisten Leute ist dieser Ratschlag leider nicht realisierbar – zumindest nicht absolut. Auch die erfreulichste Tätigkeit umfasst ablehnenswerte, langweilige und richtig unangenehme Aspekte. In diesen Momenten wird deine Motivation im Keller hängen und genau aus diesem Grund benötigst du eine Struktur. Du solltest über einen Zeitplan verfügen. Dieser sollte nicht schwanken, abgesehen von außergewöhnlichen Umständen. Hier ist meiner:

  • Startklar am Schreibtisch sitzen um 9:00 Uhr
  • Administrative Aufgaben bis 9:30 Uhr
  • Arbeiten bis 11:00 Uhr
  • Körperliche Bewegung bis 13:00 Uhr
  • Mittagspause um 13:00 Uhr, bis 13:30 Uhr
  • Arbeiten bis 18:00 Uhr

(Mindestens die Hälfte der „Körperlichen Bewegung“ besteht übrigens aus Arbeiten. Ich erkläre das später.)

Ich arbeite auch oft für einige Stunden am Abend und ein paar Stunden an Nachmittagen am Wochenende. Ich arbeite wahrscheinlich zu viel… aber ich liebe meinen Job eben.

Dein Zeitplan wird natürlich anders aussehen, aber es ist wichtig einen zu haben – und diesen auch zu befolgen. Auszuschlafen ist gefährlich, da es alles andere über den Haufen wirft. Außerdem solltest du morgens pünktlich und adäquat gekleidet an deinem Arbeitsplatz sein. Halte dich vom Sofa fern und lass die Finger vom Fernseher. Auch Videospiele sind tabu. Ja, natürlich ist auch mal eine Ausnahme drin, aber normalerweise solltest du deinen Zeitplan ernst nehmen. Die Mittagspause sollte nicht länger als 30-60 Minuten dauern (und das Frühstück sicher auch nicht).

Das Einbauen von Pausen und Freizeit ist wichtig und richtig, so lange diese Pausen geplant sind. Ich nehme mir zum Beispiel oft Zeit für einen Nachmittagsspaziergang. Es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen einer regelmäßigen Pause und schnellen fünfzehn Minuten vor der PlayStation. Erstere ist förderlich, aber letztere ein schlüpfriger Pfad in den Abgrund, falls
du nicht die Willenskraft zum Aufhören mitbringst.

Ablenkungen eliminieren

Ein Zeitplan kann dir beim Einstieg helfen und zu Beginn können die meisten ziemlich gut arbeiten, wenigstens für eine Weile. Das nächste Problem, das dir begegnen wird (nach dir selbst), sind andere Leute.

Ich befinde mich in der glücklichen Lage, mich nicht mit zeitkritischer oder Echtzeit-Kommunikation herumschlagen zu müssen. Ich kann Entwürfe machen, Texte verschicken, Sponsorings managen, etc. und zwar alles asynchron. Was bedeutet, dass ich einen bestimmten Zeitrahmen für Verwaltungsaufgaben fest einplanen kann (wie du bereits oben lesen konntest). Hierbei handelt es sich möglicherweise um den größten Bonus für meine Konzentration. Falls du es irgendwie einrichten kann, richte ein festes Zeitfenster für deine E-Mail-Zeit ein.

Mach deinen E-Mail-Client auf deinem Arbeitsrechner komplett zu, deaktiviere die Benachrichtigungen auf deinem Handy und lasse E-Mails solange liegen, bis der von dir definierte Zeitpunkt da ist sie abzuarbeiten. Ansonsten zerstören die ständigen Kontextwechsel (und die Versuchung zu ebendiesen) deine Produktivität. Wenn der mögliche Fall eintreten sollte, dass du tatsächlich einmal sehr kurzfristig und dringend gebraucht wirst, sag den Leuten, dass sie dich über einen Kurznachrichtendienst erreichen oder auch anrufen können. Ja, das Telefon ist eine schreckliche Art zu kommunizieren, aber wenigstens wissen beide Seiten, dass Kontakt aufgenommen wurde. Die meisten Leute und die meisten beruflichen Tätigkeiten sind extrem abhängig von den ganzen Tag über tröpfchenweise eingehenden E-Mails. Die Mehrheit dieser Mails sind überflüssig und könnten problemlos bis zur eingeplanten Administrationszeit warten, aber ich möchte nicht bestreiten, dass es sich hier um einen komplizierten Punkt handelt. Falls du es irgendwie einfädeln kannst, wird es sich jedoch für dich auszahlen und zwar weit mehr als du dir vorstellen kannst.

E-Mails sind selbstverständlich nur eine von unzähligen Ablenkungen. Teile anderen unbarmherzig mit, wann sie dich kontaktieren dürfen und wann eben nicht. Blockiere zu geschwätzige Leute auf Instant Messaging-Plattformen oder melde dich ganz von diesen ab. Stell dein Handy auf lautlos. Dank dieser Maßnahmen dürften sich die meisten dieser von außen eingehenden Ablenkungen erledigen, aber dann gibt es ja noch immer die anderen, die du selbst aktiv suchen wirst. Meine Empfehlung wäre, dass du dir dafür SelfControl installierst. Hierbei handelt es sich um eine kostenlose (und quelloffene) Mac-Anwendung, die den lokalen Zugriff auf eine vorgegebene Liste an Webseiten für ein bestimmtes Zeitintervall sperrt. Das Ding ist ein Geschenk Gottes. Ich selbst sperre:

  • Soziale Netzwerke: Twitter, Facebook, App.net, Google+, Selbstdarstellung-Favoritentracking-Sites (Pinterest, Digg)
  • API-Schnittstellen für soziale Netzwerke, damit die Apps dazu auch nicht funktionieren
  • Feeds, Nachrichten und andere Leseinhalte, inklusive die Domain meines Feed-Aggregators
  • Shopping-Seiten wie Amazon und eBay.

Ich lasse SelfControl gerne für mindestens zwei Stunden am Stück laufen. Dennoch findet sich hin und wieder meine Twitter-App auf vollkommen mysteriöse Art und Weise den Weg vor mir auf den Bildschirm, gestartet von meinen heimtückischen Händen, während ich über irgendetwas nachgedacht habe. Aber sie kann sich nicht mit dem Dienst verbinden und ich erinnere mich daran, dass ich mich eigentlich gerade auf etwas konzentriere. Ich benötige diese Strenge unbedingt. SelfControl erlaubt mir tatsächlich zu arbeiten, wenn ich von zuhause arbeite.

Wenn du Interesse hast meine Schwarze Liste auch für SelfControl zu nutzen, dann kannst du sie hier herunterladen

Sei professionell

Wenn wir uns unter Leuten befinden, werden wir durch den Druck der Gruppe gemaßregelt (oder zumindest beeinflusst). Erwartungen und Beurteilungen sorgen dafür, dass unser Verhalten im Rahmen sozialer Normen bleibt, was nirgendwo sonst wichtiger ist als auf der Arbeit, da dein Lebensunterhalt davon abhängt deine Anstellung zu behalten. Zuhause ist das anders, denn da kannst du tun und lassen, was du willst – zumindest kurzfristig. Das ist ein Rezept für Desaster. Es ist überaus wichtig eine professionelle Geisteshaltung zu wahren – oder besser: deinen Stolz. Was nicht heißen soll, dass du eine Krawatte tragen musst. Es geht ganz einfach darum, sich in einen Gemütszustand zu versetzen, der dazu beiträgt, die Arbeit erledigt zu bekommen.

Den oben von mir erwähnten Punkt sich morgens ordentlich anzuziehen ist das absolute Minimum. Schlafanzüge sind sehr bequem, ja, aber beim Arbeiten zersetzen sie ein kleines bisschen dein Selbstwertgefühl. Ziehe dir irgendetwas Bequemes an, aber es sollte sich um Straßenkleidung handeln. Steh auf, dusche dich, zieh dich an, frühstücke und geh den Tag so an, als ob du dich an einem Arbeitsplatz befindest – denn du befindest dich an einem Arbeitsplatz. Der nächste Punkt ist Gewissenhaftigkeit. Wenn du Zuhause arbeitest, ist dein Zuhause auch dein Büro. Das bedeutet, dass du dich um professionelle Lösungen für folgende Angelegenheiten kümmern musst:

  • Datensicherung. Du musst unbedingt über eine glaubwürdige Backup-Lösung verfügen. Du solltest regelmäßig automatisierte Sicherungen zuhause durchführen lassen und Remote-Backups haben. „Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen“ stellt keine akzeptable Ausrede mehr dar. Datensicherung ist nicht teuer und sie wird nur noch billiger, wenn tatsächlich eine Katastrophe eintritt.
  • Sicherheit. Verschlüssele dein WiFi-Netzwerk (Ich weiß, dass du dies bestimmt bereits getan hast, aber überprüfe es doch bitte nochmals für mich). Organisiere deine Passwörter und verwende diese nicht wieder. Bringe ein Schloss an der Bürotür an und lass die Kinder nicht rein. Wechsle auch die Batterien des Rauchmelders und lass die Hintertür nicht offen. Ich glaube, du hast verstanden, worum es geht.
  • Ergonomie. Es ist unmöglich, zu viel für einen guten Bürostuhl oder Schreibtisch auszugeben, der dich vor RSI-Beschwerden bewahren wird. Du wägst ein paar hundert Euro gegen immer wiederkehrende Schmerzen für den Rest deines Lebens ab, einschließlich
    Gewinnverlust und hohe Behandlungskosten. Kümmere dich umgehend um ein komfortables Arbeitsumfeld. Sogar wenn du nur einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeitest, ist dies bereits Grund genug für ergonomische Büromöbel.

Eine Anmerkung: Es ist nicht Tag der offenen Tür. In einem Büro würdest du sicherlich auch nicht Freunde, zum gelegentlichen Plaudern, auf eine Tasse Kaffee einladen. Zu Hause sollte dies ebenfalls nicht geschehen. Du hast die volle Kontrolle darüber, ob du erfolgreich sein wirst oder eben nicht.

Trenne die Arbeit und das Privatleben

Bislang klang alles etwas strikt – und zu Recht. Du solltest sicherstellen, dass du genügend Zeit konzentriert und zielorientiert arbeitest. Ich kenne viele Leute, die Vollzeit von zu Hause aus arbeiten und meiner Erfahrung nach arbeiten die meisten eher zu viel als zu wenig. Auch das ist nicht gut.

Es ist wichtig klare Grenzen zwischen deiner Arbeit und deinem Privatleben zu setzen und zwar sowohl aus psychologischen als auch aus physischen Gründen. Für jede Gelegenheit, bei der du zuhause arbeitest, benötigst du ein zweckbestimmtes Arbeitsumfeld – außer für die sehr seltenen und lockeren. Setze dich nicht mit dem Laptop auf die Couch. Bei deinem Arbeitsbereich sollte es sich, falls möglich, nicht einfach um eine Computerecke im Wohnzimmer handeln – das würde so nicht funktionieren. Du würdest vom Umfeld und deinen Familienmitgliedern abgelenkt werden, was für alle frustrierend wäre und für dich absolut unproduktiv.

Die beste Lösung wäre einen separaten Raum (oder eine Abstellkammer, einen Treppenabsatz, ein Teil der Garage oder ein Gartenhäuschen) zu finden und ausschließlich von dort aus zu arbeiten. Dekoriere diesen Bereich nach deinem Geschmack und stelle klar, dass es sich nicht um einen Teil des Hauses handelt: es ist dein Arbeitsplatz. Sobald du den Raum betrittst, befindest du dich im Arbeitsmodus. Und wieder: Es wird sich bezahlt machen. Ich verfüge seit drei Jahren über ein zweckbestimmtes Arbeitszimmer und würde es für nichts in der Welt mehr hergeben. Der Raum besitzt keine zusätzlichen Funktionen; kein ausklappbares Bett, keinen Esstisch, kein Wäscheschrank, keine Waschmaschine – nur meine Arbeitsutensilien. Es handelt sich um einen Arbeitsplatz. Hier ein Foto:

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(Ich zähle den Stratocaster als Denkhilfe.)

Falls du dir irgendetwas ähnliches einrichten kannst, dann wirst du bei weitem zu einer zufriedeneren und produktiveren Person werden.

Nicht durchdrehen

Von zu Hause aus zu arbeiten kann eine ganz schön einsame Erfahrung sein. Du brauchst zumindest ein wenig menschlichen Kontakt, sonst wirst du etwas merkwürdig. Ich verbringe etwa 50% meines Lebens im Wachzustand alleine, beim Arbeiten. Einige könnten behaupten, dass ich seither ein wenig weich in der Birne geworden bin, doch das ist ein ganz anderes Thema.

Ich habe zwei Ratschläge für dich:

  1. Sorge für Hintergrundgeräusche. Ich neige dazu ein paar Fenster mit Blick auf den Park offen zu lassen, damit ich den Rummel des täglichen Lebens hören kann, wie Kinder, Hunde und Leute, die vorbeigehen. Ich höre ebenfalls fast immer Musik. Auch das Radio ruhig im Hintergrund laufen zu lassen, kann das Gefühl der Isolierung lindern.
  2. Falls möglich, solltest du ein soziales Netz haben und regelmäßig darin eintauchen. Und ich meine nicht die sozialen Netzwerke, denn diese sind unglaublich zeitkonsumierend. Es gibt immer etwas neues zu sehen. Stattdessen verfüge ich über einen Chatroom mit einigen meiner engsten Freunden aus der Uni-Zeit. Wir arbeiten alle Vollzeit von zu Hause aus, außer einer, der nur vier Tage die Woche Home Office macht. Das sind die Leute, die ich kenne und denen ich vertraue. In meinem Arbeitszimmer ist es meistens ruhig – aber wenn wir miteinander sprechen oder eine Bemerkung machen oder sogar einen Link teilen möchten, dann können wir dies tun.

Ich möchte hier ebenfalls meine Nachmittagsspaziergänge noch einmal erwähnen. Die können sehr therapeutisch sein, unabhängig von den Wetterverhältnissen.

Genieße die Flexibilität

Sicherlich dient mein letzter Ratschlag dazu, alles was ich vorhin erklärt habe, etwas zu mäßigen. Erfolgreich und produktiv zu sein ist großartig, aber es kommt zu einem Punkt, an dem du nicht davon profitierst, dass du dich Zuhause befindest – und das solltest du unbedingt tun. Während den ersten sechs Jahren, die ich selbständig von zu Hause aus gearbeitet habe, bin ich nur selten spazieren gegangen. Es gibt einen Fluss, der sich nur wenige Gehminuten von meinem Haus entfernt befindet und ich habe mir nie die Zeit genommen mich überhaupt mal in seine Nähe zu begeben. Immer wenn Bekannte herausfanden, dass ich selbständig bin und ein Home Office besitze, rissen sie die altbekannten Witze übers Videospiele spielen den ganzen lieben Tag lang. Danach ging es zur Frage über, wie ich es nur schaffen würde, mich zum Arbeiten zu zwingen. Meine Frau scherzte dann oft, wie schwierig es sei, mich von der Arbeit loszukriegen – und das ist ein angemessener Kommentar.

Irgendwie hast du dir den fantastischen, modernen Komfort des Arbeitens von zu Hause verdient: Es ist ein Traum! Und es geht in Ordnung, dies ein wenig zu genießen. Die Pausen und Spaziergänge, die ich erwähnt habe, sind nur der Anfang. Es ist OK sich einen halben Tag frei zu nehmen, um ein neues Videospiel einzuweihen oder vom Vorteil billigeren Kinotickets am Nachmittag zu profitieren. Was wäre denn sonst der Sinn und Zweck vom Home Office? Hier noch ein paar weitere Ratschläge, wie du von der Flexibilität profitieren kannst, die bei einer herkömmlichen Anstellung undenkbar wäre:

  • Ziehe in Betracht dir ein Whiteboard zu kaufen und dieses an die Wand deines Büros zu
    hängen. Ich kenne keine professionelles Vorhaben, das nicht durch das Skizzieren von Ideen auf einem Whiteboard noch weiter verbessert werden könnte. Am besten kaufst du dir eine magnetische Tafel, damit du auch etwas daran befestigen kannst. Ich habe ein großes Whiteboard an der Rückwand meines Büros angebracht; so weit wie möglich von meinem Schreibtisch entfernt, mit vielen Stiften, Karteikarten und bunten Magneten. Auf dieser Tafel habe ich Software-Programmierschnittstellen und Komponenten für Apple entworfen. Zur Zeit ist die Handlungs-Struktur für meinen neuen Roman darauf zu sehen.
  • Deklariere einen Auslagerungsbereich. Du kannst beim Arbeiten nicht immer einen Konferenztisch zur Verfügung haben, aber du hast sicherlich einen Esstisch (oder Couchtisch) bei dir zu Hause. Verweile keinesfalls dort, aber nutze diesen Bereich, wenn du im großen Bild, auf eine abstraktere, ungebändigtere Art und Weise nachdenkst. Ich nutze hierfür den Esstisch im Wohnzimmer.
  • Treibe Sport. Viellicht gibt es ja ein Fitnessstudio in der Nähe, aber wenn du von zu Hause aus arbeitest, hast du die Chance nur wenig Geld fürs Fitness ausgeben zu müssen und zusätzlich Zeit zu sparen. Wie schon erwähnt, habe Ich ein Hometrainer-Fahrrad in meinem Büro, welches ich benutze, während ich an meinem MacBook Air arbeite. Ehrlich gesagt benutze ich es jetzt gerade. Ich besitze auch einige Gewichte, eine Klimmzugstange und eine Matte, um Liegestützen und Sit-Ups zu machen. Lange Zeit habe ich gar kein Cardio- und Krafttraining betrieben und jetzt trainiere ich 13 bis 14 Stunden pro Woche. Ich schlafe besser und ich bin mir sicher, dass mein Verstand dank dem Training schärfer geworden ist.

Es ist, was du daraus machst

Vollzeit von zu Hause aus zu arbeiten ist nicht für jedermann, aber ich glaube, dass es für viel mehr Leute funktionieren kann, als man vielleicht zuerst annehmen könnte. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Selbstdisziplin, – die implizit ist, wenn man in einem traditionellen Arbeitsumfeld arbeitet, – aber auch in der Flexibilität, denn du kannst davon profitieren dein Umfeld deinen individuellen Vorlieben und Stärken anpassen zu können.
Ich arbeite jetzt bereits seit sieben Jahren und fünf Monaten von zu Hause aus und kann mir nicht vorstellen, jemals wieder in einem regulären Büro zu arbeiten. Ich habe Fehler gemacht und einige schwierige Lektionen gelernt, aber nun habe ich meinen individuellen Rhythmus gefunden, sozusagen das für mich perfekte Gleichgewicht zwischen Produktivität und Zufriedenheit.
Und ich finde die Tatsache, dass mein Arbeitsweg nur etwa 30 Sekunden in Anspruch nimmt, noch immer total abgefahren. Ich bin mir sicher, dass du auch dafür sorgen kannst, dass das Arbeiten von zu Hause für dich funktioniert. Sei realistisch, plane deine Woche und nimm Veränderungen vor, falls etwas nicht rund läuft. Du kennst dich selbst am besten.

Vergiss nur nicht, es auch zu genießen.


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